Samstag, 24. Juni 2017

Barcelona, Barcelona!



Hoch über Barcelona - der Busparkplatz am Hausberg Montjuic
Längst versprochen, erst heute gehalten – ein kleiner Bericht über die zweitgrößte Stadt Spaniens (1,6 Millionen Einwohner) und in meinen Augen die liebens- und lebenswerteste. Die meisten Leute kommen auf einem Kurztrip hierher, entweder aus einem der spanischen Küstenorte, in denen man Badeurlaub macht, auf einer Rundreise oder mit einem Sonderangebot direkt aus Deutschland.

Kurztrip?
Klingt gut – drei Tage Barcelona für 149 Euro, mit 2 Übernachtungen und Flug, oder? Ich meine, das ist viel zu wenig Zeit. Von pauschalen oder besonders billigen Städtekurzreisen sollte man die Finger lassen. Angenommen, man fliegt mit Vueling oder einer anderen preisgünstigen Gesellschaft – oft bekommt man dann an den großen Abflughäfen (zu denen man auch erst mal anreisen muss) nur eine Abendmaschine. In Barcelona ist man dann in zwei, drei Stunden, das heißt, am dortigen Flughafen. Man sollte gar nicht erst versuchen, mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Stadt zu fahren, es sei denn, man kennt sich aus und weiß, dass es im Untergeschoss einen Bus (Aerobus“) direkt zur Plaça de Espanya oder Plaça de Catalunya gibt (Preis um 6 Euro), von wo aus man mit der U-Bahn oder dem Bus nahezu jedes Ziel in der Stadt erreichen kann. Näheres HIER.

Die meisten Kurzreisenden bevorzugen allerdings ein Taxi direkt zum Hotel, was zwischen 30 und 40 Euro kostet. Wenn man zu mehreren ist, kann sich das wegen der Zeitersparnis und der Bequemlichkeit durchaus lohnen. Man kommt im Hotel an, checkt ein, bezieht das Zimmer, duscht, zieht sich um, testet vielleicht noch die Bequemlichkeit des Betts, und schon ist der erste von drei Tagen vorbei (den dritten Tag kann man übrigens auch vergessen – die Rückflüge gehen dann morgens vor sieben Uhr – man kann nicht einmal das Frühstück im Hotel genießen, sondern kauft sich am Flughafen heißhungrig irgendwelchen überteuerten Mist. Das ist jetzt nicht speziell auf Barcelona gemünzt, sondern auch die angeblich so billigen Kurz- und Städtetrips).
Die Rambla gegen 18 Uhr - zwei Stunden später findet man wohl kaum einen Platz hier
Essen gehen
Wahrscheinlich möchte man am späten Abend noch essen gehen. Da sucht man sich etwas in der Umgebung des Hotels – nicht direkt in der Unterkunft, denn das ist oft teuer und auf den touristischen Geschmack getrimmt. Es gibt überall kleine gemütliche Restaurants, Imbisse und Takeaways. Fragt nach katalanischem Essen. Paellas gehören nicht dazu. Das ist spanisches Essen, nicht katalanisches. Man bekommt Paellas stadtweit als günstiges Angebot – sie schmecken so, als würden sie allesamt in derselben Großküche hergestellt. Tapas gibt es in großer Vielfalt. Man kann sich einen gemütlichen ersten Abend auf der Rambla machen, einer Allee, die von der Plaça de Catalunya bis zur Kolumbus-Säule am Hafen geht. Da sitzt man dann zwischen Tausenden von anderen Touristen und hat es schwer, sich der Bedienung bemerkbar zu machen. Bier und Wein sind teurer als anderswo, und wirklich gutes Essen findet man hier nur auf Empfehlung (z.B. über
https://www.barcelona.de/de/barcelona-restaurants.html). Wer internationale Küche bevorzugt, ist an der Plaça de Espanya gut versorgt – dort gibt es eine ehemalige Stierkampfarena, die zu einem Einkaufszentrum umgebaut wurde, mit kleinen Restaurants im Untergeschoss und unterschiedlichen Spezialitätenrestaurants auf dem Dach, übrigens meist mit toller Aussicht. Wer nicht lange suchen will, findet hier schnell etwas nach seinem Geschmack.
Ehemalige Stierkampfarena an der Plaça de Espana
 
Blick von der Arena 


 Ich empfehle aber, man lässt sich einfach treiben und besucht Nebenstraßen, in denen nicht so viele Touristen zu sehen sind -  hier findet man oft kleine, gemütliche Restaurants. Für uns war das Viertel zwischen "Parallel" und "Rambla" am interessantesten in dieser Hinsicht.
Gerade in den Seitenstraßen findet man die interessantesten Geschäfte und Restaurants


 Man hat nun noch einen vollen Tag, um etwas zu unternehmen – durch die Stadt schlendern, um die Architektur zu bewundern, eins der vielen Museen besuchen, eine Bus- und Bahn-Rundfahrt mit dem Tagesticket machen, berühmte Sehenswürdigkeiten besichtigen: Da reicht ein Tag nicht aus, auch wenn man ein Pauschalticket mit Ermäßigung für diverse Sehenswürdigkeiten bucht, z.B. über den Barcelona City Pass oder die Barcelona Card.

Wer sich so eine Karte kaufen will, sollte das von zu Hause aus tun und gut vergleichen. Wenn z.B. bei der Sagrada Familia der Hinweis steht: „kein Schlangestehen“, so ist damit die Tageskasse gemeint. Dort kann es durchaus sein, dass man vier oder fünf Stunden ansteht, um eine Eintrittskarte für die Kirche zu kommen. Mit dem vorab erworbenen Ticket steht man halt nur die halbe Stunde am eigentlichen Einlass, wo man die Karte vorzeigt. Das kürzere Warten lohnt sich dann, und der Besuch in der Kathedrale auch, vor allem, wenn man fotografiert.
Warteschlangen vor der "Sagrada Familia"
Fotografieren sollte man in Barcelona ohnehin viel, auch wenn die Eindrücke auf jeden Fall unvergesslich sind. Mein Tipp lautet: mindestens eine Woche bleiben, am besten zwei, und dann vielleicht nicht im Hotel, sondern beim Privatvermieter oder in einer Ferienwohnung. Man hat dann trotzdem noch das Gefühl, nicht alles Interessante gesehen zu haben. Insofern werde ich immer mal wieder über Barcelona berichten – viele Fußballfans werden hier „ihr“ Thema vermissen, und für politisch oder historisch Interessierte fehlt ein Abschnitt über die Unabhängigkeisbewegung und die Fahnen, die man überall sieht, La Senyera und La Estelada – hierzu bereite ich noch gesonderte Berichte vor (d.h., das Thema Fußball sollte dann jemand übernehmen, da bin ich nicht so firm).
Teresa liebt besonders die Tauben an der Pla de Catalunya
Hier kommen noch ein paar weitere Links zum Träumen oder Planen:
Nahverkehr: ÖPNV
Fußball: FCBarcelona
Aufmeiner Pinterest-Seite befindet sich eine spezielle Barcelona-Pinwand mit 610 Pins, die fast alle einen Link zu einer entsprechenden Seite enthalten.
Es gibt eine Menge interessanter Geschäfte, in denen man eine Menge Geld lassen kann...
Meine spezielle Empfehlung: Ein paar Worte in der Landessprache lernen! Eine kostenlose Probelektion, ausführliche Kurse oder Schnellkurse für den Urlaub gibt es hier: Katalanisch / Spanisch. Verlinkt sind hier die Expresskurse- jeweils in der rechten Spalte sind auch Intensiv-, Aufbau- oder Kinderkurse zu finden.
In einer der großen Markthallen - die Auswahl ist fast überall fantastisch.
Und hier noch ein Link zu einem interessanten Blogbericht:



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