Sonntag, 16. Juli 2017

Ausgewechselt

Zypern hat herrliche Landschaften: Berge, Wälder, Wüste, Meer - eine sehr abwechslungsreiche Insel. Zur Illustration meines Beitrags "Einmal Zypern, wieder Zypern" vom September 2016 nahm ich ein Bild, das ich bei pixabay unter dem Stichwort "Zypen" erhalten hatte und für typisch hielt - überall gibt es dort knorrige Bäume auf Felsen am Meer.
Eine Zypresse (Cypress), aber nicht in Cyprus
Nur: Das Bild, das hier links zu sehen ist, war nicht aus Zypern. Das war Kalifornien. Leser Markus Zacher schrieb dazu: Es handelt sich dabei um die "einsame Zypresse" oder im original The "Lone Cypress Tree". Diese steht einsam am 17-Miles-Drive des Pepple Beach nahe Monterey, Kalifornien.
Danke, Markus! Ich habe das Bild ausgetauscht gegen ein anderes, das der bekannte zyprische Fotograf Dimitris Vetsikas im Naturpark Cavo Greko direkt am Meer östlich von Agyia Napa gemacht hat.
Die Fotos von Vetsikas sind eigentlich ziemlich berühmt, da sie die Natur des Landes (auch viele seltene Tiere) in zahlreichen herrlichen Aufnahmen erfassen. Daher hier noch ein paar Beispiele seiner Aufnahmen zum Auf-die-Insel-träumen.

Mazotos, auf der Ebene zwischen Larnaka und Limassol

Am Rand eines Rad- und Wanderwegs lädt dieser schattige See zur Rast ein

Zypern ist berühmt für seine romantischen Sonnenuntergänge

Samstag, 24. Juni 2017

Barcelona, Barcelona!



Hoch über Barcelona - der Busparkplatz am Hausberg Montjuic
Längst versprochen, erst heute gehalten – ein kleiner Bericht über die zweitgrößte Stadt Spaniens (1,6 Millionen Einwohner) und in meinen Augen die liebens- und lebenswerteste. Die meisten Leute kommen auf einem Kurztrip hierher, entweder aus einem der spanischen Küstenorte, in denen man Badeurlaub macht, auf einer Rundreise oder mit einem Sonderangebot direkt aus Deutschland.

Kurztrip?
Klingt gut – drei Tage Barcelona für 149 Euro, mit 2 Übernachtungen und Flug, oder? Ich meine, das ist viel zu wenig Zeit. Von pauschalen oder besonders billigen Städtekurzreisen sollte man die Finger lassen. Angenommen, man fliegt mit Vueling oder einer anderen preisgünstigen Gesellschaft – oft bekommt man dann an den großen Abflughäfen (zu denen man auch erst mal anreisen muss) nur eine Abendmaschine. In Barcelona ist man dann in zwei, drei Stunden, das heißt, am dortigen Flughafen. Man sollte gar nicht erst versuchen, mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Stadt zu fahren, es sei denn, man kennt sich aus und weiß, dass es im Untergeschoss einen Bus (Aerobus“) direkt zur Plaça de Espanya oder Plaça de Catalunya gibt (Preis um 6 Euro), von wo aus man mit der U-Bahn oder dem Bus nahezu jedes Ziel in der Stadt erreichen kann. Näheres HIER.

Die meisten Kurzreisenden bevorzugen allerdings ein Taxi direkt zum Hotel, was zwischen 30 und 40 Euro kostet. Wenn man zu mehreren ist, kann sich das wegen der Zeitersparnis und der Bequemlichkeit durchaus lohnen. Man kommt im Hotel an, checkt ein, bezieht das Zimmer, duscht, zieht sich um, testet vielleicht noch die Bequemlichkeit des Betts, und schon ist der erste von drei Tagen vorbei (den dritten Tag kann man übrigens auch vergessen – die Rückflüge gehen dann morgens vor sieben Uhr – man kann nicht einmal das Frühstück im Hotel genießen, sondern kauft sich am Flughafen heißhungrig irgendwelchen überteuerten Mist. Das ist jetzt nicht speziell auf Barcelona gemünzt, sondern auch die angeblich so billigen Kurz- und Städtetrips).
Die Rambla gegen 18 Uhr - zwei Stunden später findet man wohl kaum einen Platz hier
Essen gehen
Wahrscheinlich möchte man am späten Abend noch essen gehen. Da sucht man sich etwas in der Umgebung des Hotels – nicht direkt in der Unterkunft, denn das ist oft teuer und auf den touristischen Geschmack getrimmt. Es gibt überall kleine gemütliche Restaurants, Imbisse und Takeaways. Fragt nach katalanischem Essen. Paellas gehören nicht dazu. Das ist spanisches Essen, nicht katalanisches. Man bekommt Paellas stadtweit als günstiges Angebot – sie schmecken so, als würden sie allesamt in derselben Großküche hergestellt. Tapas gibt es in großer Vielfalt. Man kann sich einen gemütlichen ersten Abend auf der Rambla machen, einer Allee, die von der Plaça de Catalunya bis zur Kolumbus-Säule am Hafen geht. Da sitzt man dann zwischen Tausenden von anderen Touristen und hat es schwer, sich der Bedienung bemerkbar zu machen. Bier und Wein sind teurer als anderswo, und wirklich gutes Essen findet man hier nur auf Empfehlung (z.B. über
https://www.barcelona.de/de/barcelona-restaurants.html). Wer internationale Küche bevorzugt, ist an der Plaça de Espanya gut versorgt – dort gibt es eine ehemalige Stierkampfarena, die zu einem Einkaufszentrum umgebaut wurde, mit kleinen Restaurants im Untergeschoss und unterschiedlichen Spezialitätenrestaurants auf dem Dach, übrigens meist mit toller Aussicht. Wer nicht lange suchen will, findet hier schnell etwas nach seinem Geschmack.
Ehemalige Stierkampfarena an der Plaça de Espana
 
Blick von der Arena 


 Ich empfehle aber, man lässt sich einfach treiben und besucht Nebenstraßen, in denen nicht so viele Touristen zu sehen sind -  hier findet man oft kleine, gemütliche Restaurants. Für uns war das Viertel zwischen "Parallel" und "Rambla" am interessantesten in dieser Hinsicht.
Gerade in den Seitenstraßen findet man die interessantesten Geschäfte und Restaurants


 Man hat nun noch einen vollen Tag, um etwas zu unternehmen – durch die Stadt schlendern, um die Architektur zu bewundern, eins der vielen Museen besuchen, eine Bus- und Bahn-Rundfahrt mit dem Tagesticket machen, berühmte Sehenswürdigkeiten besichtigen: Da reicht ein Tag nicht aus, auch wenn man ein Pauschalticket mit Ermäßigung für diverse Sehenswürdigkeiten bucht, z.B. über den Barcelona City Pass oder die Barcelona Card.

Wer sich so eine Karte kaufen will, sollte das von zu Hause aus tun und gut vergleichen. Wenn z.B. bei der Sagrada Familia der Hinweis steht: „kein Schlangestehen“, so ist damit die Tageskasse gemeint. Dort kann es durchaus sein, dass man vier oder fünf Stunden ansteht, um eine Eintrittskarte für die Kirche zu kommen. Mit dem vorab erworbenen Ticket steht man halt nur die halbe Stunde am eigentlichen Einlass, wo man die Karte vorzeigt. Das kürzere Warten lohnt sich dann, und der Besuch in der Kathedrale auch, vor allem, wenn man fotografiert.
Warteschlangen vor der "Sagrada Familia"
Fotografieren sollte man in Barcelona ohnehin viel, auch wenn die Eindrücke auf jeden Fall unvergesslich sind. Mein Tipp lautet: mindestens eine Woche bleiben, am besten zwei, und dann vielleicht nicht im Hotel, sondern beim Privatvermieter oder in einer Ferienwohnung. Man hat dann trotzdem noch das Gefühl, nicht alles Interessante gesehen zu haben. Insofern werde ich immer mal wieder über Barcelona berichten – viele Fußballfans werden hier „ihr“ Thema vermissen, und für politisch oder historisch Interessierte fehlt ein Abschnitt über die Unabhängigkeisbewegung und die Fahnen, die man überall sieht, La Senyera und La Estelada – hierzu bereite ich noch gesonderte Berichte vor (d.h., das Thema Fußball sollte dann jemand übernehmen, da bin ich nicht so firm).
Teresa liebt besonders die Tauben an der Pla de Catalunya
Hier kommen noch ein paar weitere Links zum Träumen oder Planen:
Nahverkehr: ÖPNV
Fußball: FCBarcelona
Aufmeiner Pinterest-Seite befindet sich eine spezielle Barcelona-Pinwand mit 610 Pins, die fast alle einen Link zu einer entsprechenden Seite enthalten.
Es gibt eine Menge interessanter Geschäfte, in denen man eine Menge Geld lassen kann...
Meine spezielle Empfehlung: Ein paar Worte in der Landessprache lernen! Eine kostenlose Probelektion, ausführliche Kurse oder Schnellkurse für den Urlaub gibt es hier: Katalanisch / Spanisch. Verlinkt sind hier die Expresskurse- jeweils in der rechten Spalte sind auch Intensiv-, Aufbau- oder Kinderkurse zu finden.
In einer der großen Markthallen - die Auswahl ist fast überall fantastisch.







Dienstag, 18. April 2017

Fehmarn im Frühling



Ein ganz besonderes Erlebnis: Fehmarn im Frühling. Wir waren mit einer ganzen Clique aufgebrochen, ganz spontan, zu einer Geburtstagsfeier in Hamburg. Eine große Kiste Bordeaux im Kofferraum, für jeden eine Reisetasche mit Kleidung, das war’s.
Der Geburtstag war am Donnerstag, und trotzdem sprachen wir dem Wein fleißig zu – er sollte fürs Wochenende reichen, war aber am ersten Abend schon alle. Wir diskutierten, was wir mit dem Rest der Zeit anfangen sollten, und irgendwer kam auf die Idee, eine Strandfete zu machen. An der Nordsee war es noch zu kalt, an der Ostsee war angeblich Sonnenschein. Nach wenigen Minuten stand fest:


Wir fahren nach Fehmarn!
Früh am Morgen brachen wir auf, noch nicht ganz nüchtern. Wir hatten keine Unterkunft gebucht, also packten wir zur Sicherheit ein Zelt ein – ein Viermannzelt, das notfalls für uns alle acht reichen sollte. Fehmarn ist ja nicht weit von Hamburg, und so standen wir schon halb neun vor dem Fremdenverkehrsbüro in Burg, das heißt, in Burgtiefe, gleich am Strand, und hatten Hunger. Noch eine halbe Stunde zu warten! Wir widerstanden dem Angebot eines Imbisswagens (Krabben, gebackene Schollen, gebratene Quallen usw. – unsere Mägen hatten sich von der Bordeaux-Nacht noch nicht erholt). Wir besorgten uns einfache, unbelegte Brötchen und betraten Punkt neun das Verkehrsbüro, um nach einer Unterkunft zu fragen.
Die Leute sahen uns verblüfft an. Jetzt? Kurz nach Ostern? Zur Rapsblüte? Acht Leute? Nichts zu machen! Nach einigem Hin und Her und mehreren Telefonaten (für die uns nicht einmal Geld abgeknöpft wurde) bekamen wir die Adresse eines Bauernhofes irgendwo in der Mitte der Insel. Ich glaube, der Ort hieß Gammendorf. Wir fuhren gut gelaunt hin, in Hochstimmung durch das ganze Gelb der blühenden Landschaft. Über allem lag ein feiner Blütenduft, der sich in die Meeresbrise mischte. Was für eine Pracht!


Gastlichkeit
Wir fanden die Adresse leicht. Der Bauernhof, der etliche Ferienzimmer zu vermieten hatte, war ein schönes Anwesen mit einem kleinen Teich und einer kreisrunden Wiese vor dem Eingang. Wir hatten kaum angehalten, kam eine junge Frau an die Tür. Das Verkehrsbüro hatte uns angekündigt, und so hielt sie einen Teller mit belegten Broten bereit. Während wir im Stehen aßen, sagte sie, dass nur noch ein Zimmer mit zwei breiten Betten frei sei – notfalls passten da vier Leute hinein. Für die anderen würde sie gern herumtelefonieren. Wir entschieden, dass die beiden Pärchen, die zur Gruppe gehörten, das Zimmer nahmen, und wir fragten nach einem Platz, wo die anderen zelten konnten.
„Na hier“, sagte sie und deutete auf die Runde Wiese vor dem Haus. „Zum Klo und zum Duschen müsst ihr halt hereinkommen.“
Wir bekamen das Zimmer, zwei Haustürschlüssel und eine Menge Tipps – es gibt nicht viel Strand, aber hier und da eine windgeschützte Stelle, Essen und Getränke sollte man mitnehmen, es sei denn, man fährt zurück zur Inselhauptstadt Burg.
Wollten wir nicht. Wir fuhren über die Insel, herrlich gelb von all den Rapsblüten, sahen uns den Hafen von Puttgarden an, von wo es nach Dänemark hinüber ging, und buchten eine Schiffsrundfahrt für die Nacht – vier Stunden zwischen Puttgarden, Rødby und zurück, dazwischen hin und her, mit Fete auf dem Schiff. Es waren viele Dänen dabei, die deutschen Alk trinken wollten, und viele Deutsche, die den bunt belegten Dänischen Schnittchen mit viel Fisch und Salaten zusprachen. Wir waren so gut gelaunt, dass wir uns mit Matjes-Streifen ohrfeigten, aber eine dänische Oma schritt zum Glück energisch ein.
Erst gegen Morgen taumelten wir übermüdet zur Unterkunft. Die Hausfrau hatte schon ein Frühstück für uns (auch für die Zelter, ohne Aufpreis) – dicke Weißbrotschnitten mit fingerdick Butter („Die Urlauber sind damit immer zu zaghaft“), und darüber eine Schicht von kristallisiertem Rapshonig – eine wahre Köstlichkeit.
Wir schliefen bis in den Nachmittag hinein. Eine Stunde wollten wir noch über die Insel fahren, stiegen dann aber irgendwo aus und wanderten zwischen den duftenden Rapsfeldern, die ich in meiner Erinnerung auf immer mit Fehmarn verbinde.

Empfehlung
Fehmarn lohnt sich, vor allem im Frühling. Die Rapsblüte ist unvergesslich, und das Essen auch – selbst kleine Imbisse haben echte Köstlichkeiten zu bieten. Es empfiehlt sich, trotz meines Berichts eine Unterkunft zu buchen, denn für glückliche Zufälle gibt es keine Garantie. Auskunft und mehr findet Ihr beim FREMDENVERKEHRSBÜRO in Burg. Mein besonderer Tipp ist aber eine Seite im Blog von „MeerART“, auf der es um Ernst Ludwig Kirchner uns seinen Bezug zu Fehmarn geht. Toller Bericht! Schaut mal rein, es  lohnt sich.
Nachtrag: Hier ein zweiter MeerART-Bericht über Fehmarn, das auch bei schlechtem Wetter Einiges zu bieten hat.
Die Fotos in diesem Bericht stammen von pixabay. Danke!

Samstag, 28. Januar 2017

Keukenhof: Jetzt den Frühling planen!



Fotos in diesem Beitrag: Dieter Walter
Zugegeben, ich hatte nie vorgehabt, den "Keukenhof" in Holland zu besuchen. Ich erinnere mich daran, dass früher vom Ruhrgebiet oft Kaffee- oder Butterfahrten nach Holland gingen, Busse vollgestopft mit Spießern und Rentnern, oft in Personalunion, und viele dieser Fahrten hatten als Hauptattraktion den "Keukenhof" zum Ziel. Ich hatte die Befürchtung, wenn ich so einen Ausflug mitmachte, mich zwischen all den Kaffeefahrern und -Fahrerinnen entsetzlich zu langweilen oder mich ständig fremdzuschämen (das Wort gab es damals noch nicht, und ich bin froh, dass wir es jetzt haben!). Entsprechend hatte ich Vorbehalte, als wir im letzten Frühjahr in Amsterdam waren - meine Frau wollte unbedingt die riesige Blumenschau sehen.
 Im Hotel Meininger am Bahnhof Sloterdijk, wo wir sehr verkehrsgünstig und preiswert wohnen, gab es verschiedene Pauschalangebote - man konnte z.B. mit einer "Tour" ab Hotel fahren oder mit dem Linienbus ab Flughafen Schiphol. Da wir dort aber verkehrsgünstig direkt zwischen Bahngleisen und Autobahnen wohnten, beschlossen wir, mit dem eigenen Auto zu fahren. Ein Glück!
Der Weg war gut ausgeschildert, die Parkplätze in der Umgebung von Lisse (der Gemeinde, in der der Park liegt) riesig groß und nicht so teuer wie befürchtet, und die Schlangen an der Kasse waren bei Weitem nicht so lang, wie die internationalen Pauschalfahrt-Anbieter es uns weiszumachen versucht hatten.
Die Musik ist weit zu hören, aber man muss nicht fürchten,
dass jemand mit der Schepperdose herumgeht
 Natürlich ist am Anfang ein Touristen-Empfang mit Wasserspielen, einer alten Drehorgel (wie man sie früher in Amsterdam überall sah und hörte) und Souvenir-Ständen, um die sich die Touristen drängeln. Ich war natürlich auch Tourist, was sonst, aber ich hatte keine Lust, mitzudrängeln, um mir magnetische Flaschenöffner oder Seehunde aus Vollgummi, Schlüsselanhänger oder Postkarten mit Tulpenfotos zu kaufen. Wir schoben uns in einen Seitenweg, befanden uns in einer hügeligen (wenn auch künstlichen) Landschaft und machten erst einmal auf einer Bank Picknick mit mitgebrachten Lunchpaketen, fotografierten die ersten Blütenpflanzen und ließen die Leute an uns vorüberziehen.

Geht man aber weiter in den Park, verteilen sich die vielen Menschen. Man kommt durch eine anmutige Kleinlandschaft mit Hügeln, vielen Bäumen, kleinen Senken und künstlichen Schluchten mit Wasserfällen und Hängebrücken. Die Vielfalt rührt daher, dass das Ganze eine Leistungsschau der Züchter ist - hier können Gärtnereien und Versandgeschäfte eine Auswahl zusammenstellen, Fotos für ihre Kataloge machen und ihre Bestellungen aufgeben - eine ganz normale Frühjahrsmesse also.
 Zusammen mit den weiten offenen Wiesenflächen und kleinen Seen könnte man das Ganze durchaus als „englische Parklandschaft“ bezeichnen. Erstaunlich ist, dass da nicht nur Tulpen und andere Zwiebelpflanzen zu bewundern waren, sondern auch allerhand Statuen, und ich erfuhr, dass der Keukenhof („Küchengarten“, denn der Park war früher der Kräutergarten für die Küche einer niederländischen Adligen) der größte Skulpturengarten der Niederlande ist. Es finden sich etliche Objekte, die in der Kunstszene aktuell sind – man muss allerdings ein Auge dafür haben. Es sind sicher auch Ausstellungsstücke der früheren Königin Beatrix dabei – sie ist ja nicht nur Hobby-Bildhauerin, sondern arbeitet durchaus professionell, besonders jetzt, da sie nicht mehr mit royalen Amtspflichten belastet ist.
In diesem Jahr (2017) steht die Skulpturenausstellung unter dem Thema „Niederländisches Design“ – ein Thema, das ich besonders interessant finde.

Dann gibt es die Pavillons, große, flache Ausstellungshäuser, die nach den Mitgliedern der königlichen Familie benannt sind und die spezielle Pflanzenshows beherbergen, welche besonderer Fürsorge bedürfen und nicht der Witterung ausgesetzt sein sollten. Dort gibt es jeweils auch Imbisse oder Restaurant und Toiletten, natürlich auch für Behinderte. Wir haben zum Beispiel den Beatrix-Paleis besucht, in dem es eine unglaublich vielfältige Orchideensammlung zu besichtigen gibt.

Für Kinder gibt es einige originelle Spielplätze, und man kann eine historische Windmühle anschauen, aber genau da konzentrieren sich die Besucher, und statt sich ins Gedränge zu schieben, sollte man sich aneinem der Stände frische Erdbeeren mit Sahne oder eine gezuckerte Waffel kaufen und sich dem allgemeinen Picknick anschließen, das auf den vielen freien Wiesen stattfindet. Der größte Spielplatz ist zentral gelegen, und es gibt daneben ein Gartenlokal und einen Streichelzoo.
 Alles in Allem hatten wir einen Tag, der uns allen Dreien Interessantes geboten hat. Die Menschenmassen waren nicht so schlimm wie befürchtet, und das Ganze war nicht so spießig, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Die Blumen – in erster Linie Zwiebelgewächse wie Tulpen, Hyazinthen, Narzissen, Kaiserkronen – waren in großer Vielfalt und Farbenpracht zu sehen, und das Ganze stellte sich als großartiges Frühlingserlebnis heraus. Mein Vorurteil ist also beseitigt, und ich kann einen Besuch empfehlen. Schon jetzt für den nächsten Frühling planen!
Links (werden in dieser Woche nachgeliefert)
Hier noch ein paar Impressionen:




Samstag, 21. Januar 2017

Kostenloser Urlaub am Bodensee




Für die Bregenzer Festspiele in diesem Sommer werden noch männliche Statisten gesucht, meldet der Blog reisefreak.de. Wer Zeit und Lust hat, ein paar Wochen auf der Bühne zu stehen und die Festspielwelt mal von innen kennenzulernen, sollte sich die Seite unbedingt ansehen. Ein Abenteuer ist es auf jeden Fall, und es gibt gewiss ein kleines Honorar, mit dem man ein Pensionszimmer und seine Verpflegung finanzieren kann.
Wäre es nicht überhaupt eine gute Möglichkeit, im Sommer ein wenig von zu Hause wegzukommen und andere Städte, andere Lebenswelten kennen zu lernen? Man sucht im Internet nach Theater- oder Opernfestivals im In- und Ausland, bei denen Statisten gebraucht werden könnten, und bewirbt sich. Mit etwas Glück hat man einen Sommerjob mit Urlaubsmöglichkeit.




Samstag, 14. Januar 2017

Leben, wo andere Urlaub machen?



In Galata Village -  Photo courtesy of CyprusExpat.co.uk


Zugegeben, der Gedanke hat etwas Bestechendes für mich. Ich habe das Experiment bereits mehrfach gewagt, und beim dritten Mal hat es dauerhaft geklappt - aus einer der ungemütlichsten Ecken des Ruhrgebiets bin ich nach Oberbayern gezogen, habe eine Wohnung mit großem Garten gehabt, Balkon mit Blick auf die Alpenkette, den Ammersee in der Nähe. Ich bin viel herumgekommen, indem ich Housesitting gemacht habe, und die Nähe zu München hat mich beruflich weitergebracht. Ich lebe jetzt zwar nicht mehr in Oberbayern, sondern in Augsburg, aber zurück ins Ruhrgebiet möchte ich auf keinen Fall. Ich bin hier heimisch geworden und habe meiner Umsiedlung hierher und den Freunden, die ich hier gefunden habe, auch mein persönliches Fortkommen zu verdanken.

Zypern
Träumt ihr auch davon, euch anderswo niederzulassen und eurem Leben einen kreativen Schub zu geben? Dann kann ich Euch Zypern empfehlen. Es ist eine der schönsten und waldreichsten Inseln im Mittelmeer, mit Bergen zum Wandern und Stränden zum Faulenzen oder zum Baden - das Wasser ist das sauberste im ganzen Mittelmeerraum.
Archimandrita Village - Photo courtesy of CyprusExpat.co.uk

Ich bin als Urlauber dort gewesen, habe das köstliche und gesunde Essen sowie den hervorragenden Wein (Comandaria!) genossen und war fasziniert von den Zeugnissen der Geschichte. Zypern hat eine lebendige Kunst-, Musik- und Literaturszene, und man kann dort gut leben, wenn man Einiges beachtet. Zypern gehört zur EU, man zahlt mit Euro, und manche Gepflogenheiten sind einem vertraut. Andere sollte man sehr gut recherchieren, denn dort zu leben und zuhause alle Zelte abzubrechen, erfordert schon einige Sachkenntnisse, und ohne Hilfe von Insidern geht es nicht.

Eine hilfreiche Seite: Cyprus Expat
Ich habe für Euch eine erstaunliche Internet-Seite gefunden, auf der unzählige Informationen für Einwanderer nach Zypern stehen: Was muss ich wissen? Wo melde ich mich an, wie finde ich eine Wohnung, kann ich mein Auto mitnehmen, wie betreibe ich eine Apotheke, eine Sportschule oder überhaupt ein Unternehmen? Was muss ich für Vorschriften beachten? Welche Konkurrenz (oder Geschäftspartner) finde ich vor? Da gibt es eine umfangreiche Liste, die man auch für Kontakte nutzen kann.
Auf der Seite gibt es aktuelle Nachrichten, man kann einen Newsletter abonnieren und sich in einem Forum mit anderen kurzschließen. Alles signalisiert: Einwanderer sind bei uns willkommen. Die Bilder vermitteln einen guten Eindruck vom tatsächlichen Leben in Zypern und sind völlig anders als das, was man so in Reiseprospekten liest. Nicht zu vergessen die zahlreichen Links.

Romantische Dörfer
Im Moment gibt es eine Serie mit Fotos und Hintergrundinformationen über zyprische Dörfer. Für den, der umsiedeln möchte, ist das besonders interessant, denn die Aufnahmen sind aus der Sicht Einheimischer gemacht, ehrlich und ungeschönt, und zu jedem Dorf gibt es Hintergrund-Informationen.
Evychou Village - Photo courtesy of CyprusExpat.co.uk

 Man kommt von einem Dorfbericht zum anderen, indem man auf die Bilder klickt.
Da das Land nicht gerade riesig ist, lohnt es sich gewiss, auf dem Dorf zu leben - das ist billiger, obwohl man es nie länger als eine Stunde zu den großen Städten wie Nikosia, Paphos oder Limassol hat und trotzdem die Nähe zur Natur und das einfache, gesunde Leben genießen kann. Auch Badestrände und historische Stätten sind nie sehr weit entfernt.
Die Fotos zu diesem Beitrag habe ich von Cyprus Expat bekommen - vielen Dank für die Erlaubnis, sie zu zeigen! Hier der Link zu dieser informativen Seite:

In der Nähe von Nikosia - Photo courtesy of CyprusExpat.co.uk



Interne Links in diesem Blog:

Sprachenlinks:
Griechisch lernen - kostenloser Probezugang 
Türkisch lernen - kostenloser Probezugang 

Freitag, 6. Januar 2017

Übernachten in der Kirche?



Wer schläft schon in Kirchen? 
Als jugendlicher Wanderer hab ich mich das nie getraut. Als Konfirmand ist es mir in langweiligen Gottesdiensten schon passiert - man versucht, der Kultveranstaltung zu folgen, aber der Kopf will nicht mit, sondern knallt vorwärts aufs Gesangbuch. Später habe ich auf Wanderungen beim Besuch alter Klosterruinen immer mal überlegt, zwischen den Mauern zu übernachten, aber irgendeine Scheu hielt mich davon ab. So wird es vielen anderen auch gegangen sein.
Jetzt gibt es, zumindest im Süden Englands, ganz offiziell diese Möglichkeit: Der Churches Conservation Trust vermietet Kirchen, überwiegend kleinere Kirchen in Dörfern, wo die Gemeinden nicht das Geld haben, die oft historisch bedeutsamen Gebäude zu erhalten, zu restaurieren oder auch nur zu beheizen. Nun werden die Gebäude, auch um sie wieder mit mehr Leben zu erfüllen und sie ins Bewusstsein der Leute zu rücken, zugänglich gemacht - wunderbare Kulissen für Filmleute und Modefotografen, Familienfeste, Autorenlesungen und Musikveranstaltungen. Es werden Wanderungen von Kirche zu Kirche organisiert, und Wanderer können Schlafplätze in Kirchen oder auf dem Kirchengelände mieten.
Wie wäre es mit einem Quartier für mehrere Tage, von dem aus man die nähere Umgebung in kleineren oder längeren Tagesausflügen erkundet? In England seid ihr jedenfalls damit willkommen.
Ganz billig ist das natürlich nicht, aber dieses "church camping" oder "champing" ist ein ganz besonderes, unvergessliches Erlebnis. Und nicht zu vergessen - für diesen Preis findet man nirgendwo ein Zimmer von solcher Größe! Schaut einfach mal auf"visitchurches"
und lasst Euch auch von den übrigen Ideen des Churches Conservation Trust inspirieren!